Anna Polina
Worte, Proben und die Kamera
Vom vertrauten Racine-Monolog bis zu den sorgfältig vorbereiteten Bildern von Plaisir fantôme: Zu Polinas Schauspielgeschichte gehören auch Lesen, Proben und die körperliche Arbeit an einer Szene.
Hermione bleibt präsent
Racines Andromaque hat einen besonderen Platz in Polinas Beziehung zum Theater. 2025 nannte sie Hermione als eine ihrer liebsten Heldinnen und sagte, sie wiederhole deren Monolog weiterhin. Die Erinnerung an den Text zeigt, wie eine Entdeckung aus der Schulzeit ihr kreatives Erwachsenenleben begleitet.
Am Cours Florent lernte sie durch eine Lehrerin, an die sie dankbar zurückdachte, Sarah Kane und Samuel Beckett kennen. Sie beschrieb Theater als Möglichkeit, schwierigen Gefühlen und großer Freude Bedeutung zu geben. Seine Anziehung war für sie literarisch und persönlich zugleich.
Eine Figur vor dem Dreh erarbeiten
Morgan Simon erinnerte sich an Leseproben und szenische Proben mit Polina vor den Dreharbeiten zu Plaisir fantôme. Die Vorbereitung ging über Dialoge hinaus: Für die Schlusssequenz trainierte sie im Schwimmbecken mit einer Meerjungfrauenflosse. Kostümbildnerin Rachèle Raoult fertigte sie eigens für die Produktion an.
Castingdirektorin Marlène Serour fand Élise Havelange für die Rolle von Jeannes Tochter. Simon berichtete, Zuschauer hätten die Beziehung auf der Leinwand für eine echte familiäre Verbindung gehalten. Er stellte ausdrücklich klar, dass sie gespielt war: eine Wirkung der Vorbereitung und Besetzung, keine Information über Polinas Privatleben.
Die Bildwelt des Films gestalten
Simon und Kameramann Paul Guilhaume planten die Bilder gemeinsam. Für Wärme, Farbe und Körnung entschieden sie sich für 35 mm und eine sorgfältige Bildgestaltung rund um die Hauptfigur. Diese Wahl prägte, wie Jeannes Arbeitswelt und ihre Momente innerer Distanz auf der Leinwand erscheinen.
Zu den Anregungen gehörten Fotografien von Larry Sultan und Gemälde von David Hockney, besonders für Schwimmbadszenen und warme Farben. Darauf beruht die Atmosphäre der Filmbilder: eine bewusst gestaltete Welt, in der Licht, Kostüm und Bildausschnitt eine erfundene Geschichte erzählen helfen.